Die Tierwelt des Prebersees

Als Moorsee besitzt der Prebersee eine ganz besondere Wasserqualität. Wenige Mineralsalze machen das Wasser sehr weich und die Säuren aus dem Torf färben es braun. Lichtmangel in den tieferen Schichten macht es Wasserpflanzen schwierig zu gedeihen. Die Moor- und Feuchtrandwiesen bieten Grasfrosch, Kreuzotter, Bergeidechse und Bergmolch ein seltenes Zuhause.

Das Wasser

Als Moorsee besitzt der Prebersee eine ganz besondere Wasserqualität, die von manchen Tieren, aber auch vom Menschen sehr geschätzt wird. Der geringe Gehalt an Mineralsalzen macht das Wasser besonders weich. Seine braune Färbung erhält es von den Huminsäuren aus dem Torf, weshalb nur wenig Licht in die tieferen Schichten gelangt. Licht- und Nährstoffmangel lassen Wasserpflanzen kaum gedeihen. Der dadurch bedingte geringe Sauerstoffgehalt des Wassers führt dazu, dass bei Verschmutzungen jeder Art die Selbstreinigung des Sees sehr lange dauert. Daher ist besondere Sorgfalt bei seiner Nutzung notwendig.

Der Bergmolch

Moorlehrpfad - Molch

Fast unscheinbar präsentiert sich der Bergmolch mit seiner grauen Rückenhautfärbung. Dreht man ihn jedoch um, dann kommt ein orange leuchtender Bauch zum Vorschein, der im Gegensatz zu anderen Molcharten immer unbefleckt ist. Zwischen März und Juni findet man die Alttiere im See. Zur Paarungszeit wirbt das kleinere Männchen mit einer gelb-schwarz gebänderten Hautleiste am Rücken und blauen Flanken. Die Laichzeit findet von April bis Juni statt und die Larven überwintern im kalten Prebersee. Der Bergmolch ernährt sich im Wasser von Insektenlarven und Kleinkrebsen. Im Laufe des Juni gehen die ausgewachsenen Bergmolche zum Landleben über. Die Haut wird rauher, der Schwanzsaum und der Rückenkamm der Männchen bilden sich zurück. An Land bilden Insekten, Nacktschnecken und Würmer ihre Nahrung.

Grasfrosch

Moorlehrpfad - Frosch

Als erste Amphibienart legt der Grasfrosch gleich nach Auftauen der Eisfläche seinen Laich im Prebersee ab. Sein plumper Körper wird etwa 7 bis 11 cm lang und hat eine dunkel- bis rötlichbraune Färbung, die zur besseren Tarnung mit zahlreichen Flecken besetzt ist. Bis in eine Höhe von 2800 m ist er in Feuchtwiesen, Mooren und Sümpfen anzutreffen. Die Weibchen setzen zwei Laichballen mit etwa je 1000 Eiern ab, aus denen nach 14 Tagen die Larven schlüpfen. Grasfrösche fressen verschiedene Insekten wie Laufkäfer, Heuschrecken, verschiedene Hautflügler, Asseln und Spinnen. Ihre Feinde sind hauptsächlich Vögel wie Störche und verschiedene Greifvogelarten, aber auch Schlangen, Forellen und einige Säugerarten wie beispielsweise Dachs, Fuchs und Marder.

Kreuzotter

Moorlehrpfad - Kreuzotter

Die Kreuzotter ist mit 60 bis 80 cm Länge eine relativ kleine tagaktive Giftschlange, die besonders in Höhenlagen zwischen 500 und 2000 m anzutreffen ist. Die Kreuzotter bevorzugt Lebensräume wie Almen, Moore und Sümpfe. Oft findet man sie auch in Felsen und Geröllfeldern. Die Paarung der Tiere erfolgt in den Monaten April bis Mai. Nachdem in den Eiern im Leib des Weibchens überlebensfähige Jungtiere herangewachsen sind, werden Ende August bis Anfang Oktober bis zu 15 Junge lebend geboren. Nach 3 bis 4 Jahren erlangen die jungen Kreuzottern ihre Geschlechtsreife. Sie ernähren sich von Mäusen, Eidechsen, Fröschen und jungen Vögeln, dabei töten sie ihre Beute mit einem Giftbiss und schlucken sie im Ganzen, Kopf zuerst, hinunter. Den Winter verbringen sie gemeinsam mit anderen Kreuzottern in einem Winterquartier. Um den Prebersee herum finden sie noch einen unzerstörten natürlichen Lebensraum.

Bergeidechse

Moorlehrpfad - Echse

Wo Kreuzottern sind, da gibt es auch Bergeidechsen. Diese 16 cm langen Tierchen haben einen kräftigen Schwanz, der abgeworfen werden kann. Zur Tarnung ist ihre Rückenfärbung braun, graubraun oder grau mit einem dunklen Längsstreifen und vielen Flecken, die sie geradezu mit dem Untergrund verschmelzen lassen. Die Tiere erscheinen mit der Schneeschmelze und verschwinden mit dem ersten Wintereinbruch. Die Bergeidechsen bringen nach drei Monaten Tragezeit 3 bis 10 lebend geborene Jungen zur Welt. Mit der Lebendgeburt hat sich diese Reptilienart an die rauen Klimabedingungen ihrer Heimat vorteilig angepasst.

Der Edelkrebs

Moorlehrpfad - Krebs

Vor 150 Jahren begann sich die Krebspest in Europa auszubreiten. Die künstliche Einbürgerung fremder Arten brachte eine Pilzinfektion mit, die für heimische Krebsarten vielerorts tödlich endet. Im isolierten Prebersee jedoch finden die Edelkrebse nach wie vor ein sauberes Gewässer, wo sie sich im Uferbereich tagsüber einwühlen und verstecken können. In der Dämmerung werden sie dann aktiv und gehen auf Futtersuche. Sie jagen kleine Fische, Froschlarven, Würmer, nehmen kleine Pflanzenteile zu sich und verschmähen aber auch große tote Fische nicht. Die einzeln lebenden Tiere werden ungefähr 12 bis 16 cm lang. Ein ausgewachsenes Männchen kann 300 g wiegen. Um den Weibchen zu imponieren, wechselt es öfter den Panzer und wächst so schneller. Im ersten Lebensjahr schält sich das Männchen sogar acht Mal. Beim Kämpfen muss der Edelkrebs sich um die Zangen und Beine keine Sorgen machen. Kneift ihm ein Rivale eine Schere ab, dann wächst sie bei der nächsten Schälung wieder nach.

Der Seesaibling

Moorlehrpfad - Saibling

Die Existenz des Seesaiblings verdanken wir der letzten Eiszeit. Somit ist er eine relativ junge Fischart und ist nicht mit einigen Zuchtformen zu verwechseln. Abgeschnitten von den Eismassen entwickelten sich abgeschlossene Stämme in den kalten und sauerstoffreichen Alpenseen. Diese Urformen sind prachtvoll und schwierig zu befischen, verhältnismäßig selten und ein absoluter Höhepunkt in der Fischküche. Die Fische ernähren sich hauptsächlich von Kleintieren wie den Planktonkrebsen, kleinen Bodentieren und kleineren Fischen. Der Seesaibling ist ein lang gestreckter Fisch sein auffälligstes Merkmal ist der weiße Saum der rötlich gefärbten Brust-, Bauch- und Afterflossen. Alle Saiblinge besitzen eine Fettflosse. Die Färbung variiert sehr stark nach Herkunft und Jahreszeit. Der Fang von Seesaiblingen gestaltet sich grundsätzlich schwierig. Wer sich dennoch daran versuchen möchte, kann für den Prebersee Fischkarten erstehen.