Das Niedermoor

Man unterscheidet zwischen Hoch-, Zwischen- und Niedermoor. Letztere entstehen aus verlandeten Seen und sind sehr nährstoffreich, weil sie im Einflussbereich des Grundwassers liegen. Durch den höheren Nährstoffgehalt ist das Leben in den Wasseransammlungen, den Schlenken, reichhaltig und artenreich, vor allem Algen versorgen das Niedermoor mit Sauerstoff. Fieberklee, Sumpfenzian oder Mehlprimel leben ebenfalls gerne im Niedermoor.

Das Breitblättrige Knabenkraut

Moorlehrpfad - Knabenkraut

Das Breitblättrige Knabenkraut ist eine Orchideenart. Aus den lila gefleckten Blättern bildet sich zur Blütezeit ein bis zu 50 cm hoch werdender Stiel, an dem sich die farbintensive purpurfarbene Blütenkerze befindet. Im Volksglauben wurden früher den seltsam geformten Knollen okkulte Kräfte zugesprochen, die speziell zu Johanni am 24. Juli, besondere Wirkung zeigen sollten.

Der Sumpfenzian oder auch Tarant

Moorlehrpfad - Tarant

Der Sumpfenzian blüht Ende Juli/August und wird bis zu 40 cm hoch. Die Farbe der sternförmig ausgebreiteten Blüten reicht von schwärzlichviolett bis blassblau mit dunklen Punkten. Diese Enzianart ist in den Alpen schon äußerst selten und in weiten Teilen Europas bereits ausgestorben. Daher tragen wir für den Bestand im Lungau eine besondere Verantwortung.

Der Fieberklee

Moorlehrpfad

Der Fieberklee ist mit seinen langen kriechenden Ausläufern eine typische Pflanze der Moorschlenken und des Schwingrasens. Seine Blattform gab ihm seinen Namen, obwohl er eng mit den Enziangewächsen verwandt ist. Neben seiner heilenden Wirkung bei Magen- und Darmstörungen, ist er Bestandteil vieler Kräuterliköre oder Magenbitter. Seine Bitterstoffe, weswegen er auch Bitterklee genannt wird, leisten eine gute Verdauungshilfe.

Die Erben der Eiszeit

Schon immer strahlten Moore etwas Unheimliches und Bedrohliches auf die Menschen aus. Sagte nicht Annette von Droste-Hülshoff (1797 - 1848) in ihrem Gedicht „Der Knabe im Moor“ ...“o, schaurig ist`s übers Moor zu gehen“?
Vielleicht fiel und fällt deshalb die Entwässerung und Abtorfung dieser nacheiszeitlichen Landschaften nicht schwer, um Torf für den Gartenbedarf oder Brennstoff zu erhalten. Dabei bewahren diese natürlichen Wasserspeicher Lebensräume für viele Pflanzen und Tierarten und konservieren unter Luftabschluss im feuchten Torf tote Pflanzen und Tiere als wichtige Archive der Erd- und Lebensgeschichte.
Je nach Gestalt, Aufbau und Art der Wasserversorgung unterscheidet man zwischen Hoch- , Zwischen- und Niedermoor. Im Unterschied zum Hochmoor ist im Niedermoor der Kontakt mit dem mineralstoffhaltigen Grundwasser vorhanden. Durch den höheren Nährstoffgehalt ist das Leben in den Wasseransammlungen, den Schlenken, reichhaltiger und damit sind die Niedermoore artenreicher. Vor allem Algen versorgen das Niedermoor mit Sauerstoff und ermöglichen so eine Besiedlung durch zahlreiche tierische Organismen.
Häufig entstehen Niedermoore aus verlandeten Seen. Abgestorbene Pflanzenteile konnten nicht vollständig durch Mikroorganismen zersetzt werden, da sie sich in dem flachen Gewässer ansammelten. Sie verfaulten nur. Irgendwann wachsen dann die Ränder des Sees zu und es gelingt nicht mehr genügend Sauerstoff in die Tiefe. Die Pflanzenreste verfaulen nicht mehr, sondern werden zu Torf. Ein Niedermoor mit flacher Ebene ist entstanden. Der Torf wird vorwiegend aus Seggen- oder Riedgräsern gebildet. Wo sich zwischen den Seggen Torfmoose ansiedeln bildet sich ein Zwischen- oder Übergangsmoor, aus dem sich ein Hochmoor entwickeln kann.
Die Pflanzen der Moore haben sich an die aussergewöhnlichen Lebensverhältnisse dieser Feuchtbiotope angepasst und sind auf diese Lebensräume spezialisiert. Durch Zerstörung ihres Lebensraumes sind sie akut gefährdet und obwohl sie geschützt sind, selten geworden.

Schwingrasenmoor

Moorlehrpfad - Schwingrasen

Wenn das Moor am Seeufer als schwimmende Pflanzendecke in die offene Wasserfläche hineinwächst, entsteht ein Schwing­rasenmoor. Das dichte Wurzelgeflecht der Seggen, eventuell auch des Schilfs, ermöglicht nicht nur ein horizontales, sondern auch ein vertikales Wachstum des Moores. Durch den Einfluss des nährstoffreicheren Seewassers entwickelt sich auf einem Schwingrasen eine ganz besondere Flora.

Mehlprimel

Moorlehrpfad - Mehlprimel

Die Mehlprimel hat ihren Namen von dem mehligen Überzug auf dem Blütenstiel und den grundständigen Laubblättern. Sie gedeiht auf kalkhaltigen Böden und ist an diesem Standort eine der Zeigerpflanzen für das Vorhandensein von Kalkadern im kristallinen Gestein.

Algen

Unter den Algen sind vor allem die Zieralgen in den Schlenken des Nieder-, des Zwischen- und des Schwingrasenmoores reichlich vertreten. Die meisten Arten sind Einzeller und entwickeln sehr reizvolle Formen. Die Oberfläche ist mit verschiedenen Mustern aus Warzen und Stacheln verziert. Ihre Größe bewegt sich von 10 µm bis zu einem Millimeter (1000 µm).