Besitzverhältnisse im Hoch- und Spätmittelalter

Die ältesten schriftlichen Quellen, die über Tamsweg erhalten sind, zeigen einen starken Einfluss kärntner und steirischer Adeliger.

„Tamswich“ und „Taemswich“: Erste schriftliche Erwähnung von Tamsweg in einer Notiz des Salzburger Domkapitels um 1165. Um 1165 übergibt der kärntner Adelige Eberhard von der Drau dem Salzburger Domkapitel ein Gut bei Tamsweg. Wir dürfen wohl annehmen, dass der Besitz dieses Eberhard bei Tamsweg größer war und möglicherweise den ganzen Ort umfasst hat, der 80 Jahre später dem mächtigen Ministerialengeschlecht der Herren von Pettauer gehörte. Am 5. Oktober 1246 verkaufte Hartnid von Pettau schließlich seine gesamten Besitzungen an den Salzburger Erzbischof Eberhard II. Bezeichnend für die beiden hier vorgestellten Urkunden ist, dass sowohl der Salzburger Erzbischof als auch das Salzburger Domkapitel ihren Einfluss und ihre Besitzungen im Lungau allmählich zu erweitern versuchten. Dabei standen die beiden Salzburger Grundherren in einem Rivalitätsverhältnis, das Eberhard zu glätten versuchte, indem er schon im November 1246 den halben Markt Tamsweg dem Domkapitel schenkte. Wir können somit vier einflussnehmende Gruppen in dieser Zeit im Umkreis von Tamsweg feststellen: Erstenseine große Anzahl grundbesitzender Adelssippen, zweitens den Salzburger  Erzbischof, drittens das Salzburger Domkapitel und viertens den Kärntner Herzog, der noch 1252 von einem Ministerialen des Domkapitels um Erlaubnis für eine Güterschenkung in Glanz und Traning gefragt werden musste.