Das Hochmoor

Der Rundblättrige Sonnentau

Moorlehrpfad - Sonnentau

Die glitzernden Tropfen, die am Ende der Drüsenhaare sitzen, als ob sich darauf der Morgentau gesammelt hätte, haben dem Rundblättrigen Sonnentau den Namen verliehen. Der Rundblättrige Sonnentau ist eine fleischfressende Pflanze, die den Nährstoffmangel im Moor durch die Verdauung von tierischer Nahrung ausgleicht. An den Blättern befinden sich Drüsenhaare, die einen honigartigen, klebrigen Stoff absondern. Das von dem süßlichen Geruch angelockte Insekt setzt sich auf das Blatt und klebt fest. Versucht sich das Opfer zu befreien, lösen die Bewegungen das Zusammenrollen des Blattes aus. Fliegen, Schmetterlinge, Käfer oder Libellen werden so gefangen. Der einsetzende Verdauungsprozess löst mit einer Art Magensaft die weichen Teile auf, die unverdaulichen Reste werden nach dem Öffnen des Blattes vom Wind fortgeweht. Früher wurde er als Heilpflanze gegen Keuchhusten und Bronchitis verwendet, heute steht er unter Naturschutz.

Die Latschenkiefer

Moorlehrpfad - Latschenkiefer

Eine uralte Baumart ist die Kiefer, die mit ungefähr 100 Arten in ganz Europa verbreitet ist. Die kriechend wachsende Bergkiefer auch Latschenkiefer genannt, gibt dem Prebersee mit ihren abgegeben Säuren aus dem östlichen Latschenhochmoor die moorig braune Färbung. Mit ihren bescheidenen Ansprüche, findet sie selbst auf felsigem Untergrund und in Höhenlagen von 1800 m einen Platz, an dem sie bis zu 600 Jahre alt werden kann. Das Holz der Kiefer ist sehr harzreich und getrocknete Kiefernspäne in Harz oder Pech getaucht waren die Vorgänger der Taschenlampen.
Ihre Heilkräfte sind nach wie vor sehr geschätzt. Bereits im Mittelalter war die vielseitige Verwendung des Kiefernöls bekannt und noch immer werden ätherischen Öle aus Latschenkiefer bei Verspannungen, Muskelschmerzen und anderen Leiden eingesetzt. Verwendung fand und findet auch das aus dem Harz gewonnene Terpentinöl, dass schon vor 4000 Jahren den Ägyptern zur Mumifizierung diente. Destilliert entsteht daraus das „Geigenharz“ mit dem die Geigenbögen gepflegt werden.

Das Scheidige Wollgras

Moorlehrpfad - Wollgras

Im Sommer ist das Moor von weißen Tupfern geprägt. Dies sind die Fruchtschöpfen des Scheidigen Wollgras, das unter anderem im ersten Weltkrieg in schottischen Lazaretts zur Wundabdeckung genutzt wurden. Auch Moor–Wollgras genannt, gehört das Scheidige Wollgras zur Familie der Ried- und Sauergräser und gedeiht auf dem schwammartigen Moosuntergrund des Hochmoores. Die eigentliche Blütezeit im Frühjahr und manchmal auch ein zweites Mal im Frühherbst verläuft sehr unscheinbar. Auffällig und weit bekannt sind dagegen die weißen, wolligen Fruchtstände. Die sehr seltene und sehr gefährdete Pflanze kommt in hochgewölbt wachsenden Horsten vor, die bis zu 150 Jahre alt werden können. Einzelne Halme sind zwischen 10 und 70 cm lang. Die Samen bilden sich das erste mal nach drei Jahren aus. Da die Hochmoore von Niederschlag abhängig sind, sind sie während einer Trockenperiode, in der die Sonne das Moor auf bis zu +50°C aufheizen kann, sehr feuergefährdet. Das Scheidige Wollgras hat seine keimenden Punkte jedoch gut geschützt und die hochgewölbten Horste bilden sicheren Abstand zu Bodenfeuern. Da verbrannter Torf einen idealen Untergrund für die Samen bildet und Scheidige Wollgras Samen an verschiedenen Stellen im Boden aufbewahrt werden, hat es immer eine Chance sich zu vermehren.

Die Zwergbirke

Moorlehrpfad - Zwergbirke

Mit einer Höhe von 20 - 50 cm und einem Blattdurchmesser von 4 -12 mm zählt sie zu den Zwergsträuchern. Sie wanderte während der Eiszeit aus den arktischen Tundren ein und besiedelt heute bei uns ausschließlich Hochmoore, wo sie ähnliche Bedingungen vorfindet wie in ihrer ursprünglichen Heimat. Die Wintertemperaturen sinken häufig unter –20°C, während sich im Sommer die sonnenbeschienene Moorfläche auf +50°C aufheizen kann. Außerdem sind die Pflanzen wegen der extrem kalten Nächte enormen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Wechselnder Wasserspiegel und Nährstoffarmut erschweren zusätzlich die Lebensbedingungen in den Hochmooren.