Der historische Tamsweger Markt

Das älteste nachweisbare Wochenmarktprivileg stammt aus dem Jahr 1416. Damals regelte der Erzbischof das gesamte Marktwesen im Lungau. Allerdings können wir davon ausgehen, dass die Entwicklung des Tamsweger Marktrechtes schon auf die Zeit der Pettauer Herrschaft zurückgeht: 1246 schenkte Erzbischof Eberhard II. dem Domkapitel den "halben Markt", oder wie es in der lateinischen Urkunde heißt: "medietatem fori". Aus dieser Zeit stammt wohl auch der planmäßig angelegte Marktplatz, der seither das Zentrum des Ortes bildet. Neben anderen Hinweisen auf ein früheres Bestehen des Marktes taucht 1344 der erste nachweisbare Marktrichter namens Gibelein in einer Urkundenbezeugung auf. Aus dem Jahr 1348 stammt das älteste erhaltene Siegel eines Tamsweger Marktrichters.

Führer durch das historische Tamsweg

TVB_TAM_Kulturfuehrer_Web.pdf (1,7 MiB)

Bedeutende Häuser am Tamsweger Marktplatz

Das Rathaus

Das jetzige Rathaus von Tamsweg wurde urkundlich bereits 1452 erwähnt. Das heutige Aussehen erhielt das Gebäude durch einen Umbau um 1545. Bis 1627 war das Gebäude im Besitz der Familie Gressing. Nach oftmaligem Besitzerwechsel kaufte 1775 Gregor Lederwasch IV., Maler und hochfürstlicher Geometer sowie Mesner zu St.Leonhard, das Haus. Am 12.9.1895 beschloß der Gemeindeausschuß des Marktes, dieses Haus, welches zu diesem Zeitpunkt ein Wirts- und Handelshaus ("Kronwirtshaus") war, anzukaufen, um es im Inneren für den Zweck eines Rathaudes umzubauen. Das Tamsweger Rathaus kann unbestritten als besonderes Juwel des historisch bedeutsamen Marktplatzes bezeichnet werden.

Das Platzbräuhaus

Um 1500 Marktrichter Lang; 16 Jh. Handelshaus Landsperger; 17 Jh. Wirte, Metzger sowie Handel mit Salz, Eisen und Wein; bis 1788 Sitz des Marktrichters Peter Paul Prandstätter, dann Platzbräu.

Das Gambswirthaus

Ab 1430 Lederer und Kürschner; 1587 Thomas Friad, Tuch- und Lederhändler; ab 1716 Johann Gambs aus Lessach, Gastgewerbe, Salz- Obst- und Eisenhandel bis 1831; 1901 Sparkasse; 1910 Murauer Brauerei; seit 1950 Familie Maier aus Mondsee.

Das Lebzelter- oder Bräuhaus

Urb. 1430; 1588 Thomas Fraid mit Tuch- und Speikhandel; Ab 1664 Fam. Wind aus Zell a. See; ab 1939 Fam. Wieland bzw. Kößler.

Das Kasstecherhaus

Urb. 1430; im 16 Jh. Weger-Wirtshaus; 17 Jh. Fam. Seitlinger, Platzschusterhaus; ab 1886 Fam. Lettmayer.

Das Krämerhaus

Urb. 1430; im 16 Jh. Schneider, im 17 Jh. Hutmacher; 1718 - 1753 Kaufmann und Marktrichter Krueger; ab 1753 Georg Wisenegger, der 1789 die heutige Fassade errichtete; 1874 Fam. Lettmayer, seit 2001 Fam. Lankmayer.

Das Grössing-Bräuhaus

Urb. 1534; vom 16 Jh. bis 1701 Fam. Gell mit Salz- u. Eisenhandel; bis 1838 Maxenwirt, dann Grössing-Bräu; ab 1930 Fam. Zitz; seit 1996 Fam. Winkler.

Altes Weinstübl

Urb. 1522; 1550 Pagge-Haus, Handelsherren, Gastwirte und Marktrichter; ab 1893 Metzgerei Eßl, 1929 Lackners Weinstübl, ab 1993 Fam. Maier

Das Gellnwirthaus

Urb. 1430; Sitz bedeutender Familien: ca. 1450 Wolf v. Keutschach (Pfleger von Moosham), 1527 Franz v. Thanhausen (Vizedom v. Friesach), 1595 Frh. Khuen Belasi, 1618 Jocher v. Eggersperg, 1627 Fam. Gell , Wirt mit Wein-, Salz- u. Eisenhandel; ab 1897 Fam. Gruber.

Pension Kandolf

Urb. 1430; 1510 - 1680 Handelsherren Petschacher, 1586 erwirkt der Marktrichter Veit Petschacher das Wappen für Tamsweg vom Ebf.; ab 1680 Fam. Robinig; 1826 Kaufmann Steyrer, 1886 Fam. Kandolf.

Weitere Informationen über historische Häuser im Markt Tamsweg finden Sie im "Kulturführer Tamsweg", den Sie kostenlos beim Tourismusverband Tamsweg erhalten.